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Die zweite Nacht

Wir folgten Angie in das Untergeschoß und unser Schlafzimmer. "Da ich heute niemanden habe, der mir
helfen könnte, euch einzupacken, werde ich auf Schlafsäcke und solche Sachen verzichten", sagte
Angie. Wir atmeten schon auf, denn noch eine Nacht in den Wollschlafsäcken wollten wir nicht
verbringen. "Nichtsdestotrotz", fuhr Angie fort, "werde ich Sicherungsmaßnahmen ergreifen müssen,
damit ihr nicht auf dumme Gedanken kommt. Gut, daß ihr zumindest die Leggings anbehalten habt.
Damit haben wir viel Zeit gespart. Nena hat es sogar vorhin vorgezogen einen Pullover nicht
auszuziehen. Gut so."

Angie reichte mir drei und Nena noch zwei schwere Rollkragenpullover, die wir anzuziehen hatten. "Die
Hände wirst du uns aber heute nicht fesseln und du wirst uns auch nicht ans Bett binden", bat ich Angie.
"Keine Sorge", antwortete sie. "Ich habe was ganz anderes für euch vorbereitet. Eure Hände und Beine
werden frei sein."

Als wir fertig angezogen waren, bat uns Angie, ihr zu folgen. Sie ging in ein Nebenzimmer, in dem an
den Wänden deckenhoch Regale angebracht waren. In diesen Regalen lagen massenweise Pullover,
Jacken, Mäntel, Mützen, Handschule, Strümpfe und andere wollige Sachen in allen möglichen Farben
und Ausführungen. "Dies ist einer meiner Lagerräume, den ich ab und zu auch als Schlafzimmer für
Gäste benutze", klärte uns Angie auf. "Riecht ihr, welch wolliger Duft hier herrscht?" Den guten Geruch
hatte ich natürlich schon bemerkt.

"Sollen wir etwa die Nacht hier verbringen?" fragte Nena Angie. "Ich sehe ja kein Bett, sondern nur ein
Podest, das aber sehr hart ist." "Wenn ihr also glaubt, nicht genug gepolstert zu sein, um auf diesem
Podest zu schlafen, dann werde ich es euch gemütlicher machen." Angie ging auf das Podest, das etwa
zwei Meter lang, 1,50 m breit und 60 cm hoch war, zu und öffnete einen Deckel. Es kam jede Menge
Wollkleidung, bunt durcheinandergewürfelt, zum Vorschein.

"Darf ich bitten", sagte Angie. Wir verstanden nicht, was sie meinte. "Jetzt ziert euch nicht so. Ihr sagtet
doch, das Podest sei euch zu hart. Jetzt dürft ihr ganz weich gebettet schlafen. Also hinein mit euch."
Uns stockte abermals der Atem. So war das ja jetzt auch wieder nicht gemeint. "Da drin bekommen wir
ja keine Luft, wenn du den Deckel zumachst", gab ich zu bedenken. "Keine Angst," erwiderte Angie.
"Eure Köpfe werden hier durch die Aussparungen am Kopfende aus der Kiste herausschauen."

Angie bildete in der Mitte der Kiste eine Mulde in den Wollsachen. "Und jetzt hinein mit euch", zeterte
Angie. Uns blieb keine andere Wahl, als Platz zu nehmen. Da wir beide normalerweise auf dem Bauch
schlafen, legten wir uns nebeneinander auf dem Bauch liegend in die Kiste. Unsere Köpfe legten wir
jeweils in eine halbkreisförmige Öffnung am Ende der Kiste. Eigentlich hatte Angie recht. Zumindest
ich lag sehr bequem. Ich konnte meine Arme und Beine bewegen und mein Kopf lag auch weich gebettet
auch einem Stapel Wollsachen.

Ich sah gar nicht, wie Angie mit einem Brett ankam, das das Gegenstück zu dem Teil war, in dem unsere
Hälse lagen. Ehe wir reagieren konnten, hatte sie das Brett von oben herabgeschoben und gesichert.
Unsere Köpfe und damit wir steckten schon mal fest. Dann begann Angie mit wachsender Begeisterung
Wollsachen auf uns zu werfen, so viele daß die Kiste überquoll. Ich hatte meinen rechten Arm über
Nenas Schulter gelegt und hielt meine Frau ganz fest. Nena hatte ihren linken Arm um meine Hüfte
gelegt und klammerte sich ebenfalls ganz fest an mich. Der Druck, den die Wollsachen ausübten, wurde
immer größer und erreichte seinen Höhepunkt, als Angie sich mit einem riesigen Satz auf den Deckel der
Kiste warf, ihn hinunterdrückte und schließlich abschloß. Die Wollkleidung schmiegte sich ganz fest um
unsere Körper.

"Na. Seid ihr jetzt zufrieden? Liegt ihr auch schön bequem?" lachte Angie. "Sagt euch noch gute Nacht.
Dann wird geschlafen. Und weil ich weiß, daß ihr euch ja sowieso nicht an das Redeverbot halten
werdet, bekommt ihr jetzt noch einen schönen Knebel verpaßt." Angie kam an das Kopfende und
steckte Nena und mir je eine dicke Wollsocke in den Mund, verschloß den Mundreißverschluß, sicherte
den Knebel ganz fest mit einem Schal und zog die Kragen unserer Pullover hoch. Es wurde dunkel und
dann auch leise. Angie hatte anscheinend den Raum verlassen.

So lagen Nena und ich fest aneinandergekuschelt in der Kiste und versuchten zu schlafen. Wir waren
zwar nicht gefesselt, die Wollsachen um unsere Körper herum schränkten jedoch unsere
Bewegungsfreiheit ungemein ein
.

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