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Die Wollzelle
"So,
liebe Nena. Du frierst also. Das ist nicht gut. Dagegen können wir aber etwas unternehmen. Du sollst mich ja in schön warmer Erinnerung behalten", bemerkte Angie. Sie hatte wieder den absolut schelmischen Blick aufgesetzt.
Nena tat es schon leid, gesagt zu haben, daß sie kalt hätte. Sie erwiderte schnell: "Ach, so schlimm ist es auch wieder nicht. Es geht schon." Unsere Gastgeberin bat uns, ihr zu folgen. Wir verließen den
Windzylinder und den Trockenraum und gingen zwei Zimmer nebenan. Ich merkte Nena an, daß ihr der Schreck in den Knochen saß. Sie war total schweigsam. Was hatte Angie nur vor? War Nena alleine davon betroffen oder wollte sie
mit uns beiden etwas anstellen? Wir gingen quer durch das Zimmer und dann eine Wendeltreppe hinunter. Die Treppe war sehr lang. Rein von der Höhe her gesehen hatten wir schon mindestens vier Stockwerke überwunden, als die
Treppe in einen schmalen Gang mündete. Es leuchtete nur ein schummriges Licht. An den Wänden des Gangs waren kleine, etwas 1,20 m hohe Türen angebracht. Angie schloß eine der Türen auf und bat uns hineinzukriechen und uns
nebeneinander an die Rückwand zu setzen. Wir merkten, daß sich der Boden ganz komisch anfühlte und bei jeder Bewegung nachgab. Auch die Wand an die wir uns hinsetzten war total weich. Nach je zwei schnellen Handgriffen
seitens Angie hatten sich feste Ringe um unseren Hals und unsere Hüften geschlungen. "Es tut mir leid, daß ich so mit euch verfahren muß", sagte Angie. "Ich habe aber gerade vorhin einen Anruf bekommen und muß
kurz weg. Cora und Sheila haben heute auch ihren freien Tag, so daß niemand da ist, der auf euch aufpassen könnte. Hier unten seid ihr sicher aufgehoben. Selbst wenn ihr auf die Idee kommen solltet zu schreien, wird euch
garantiert niemand hören. Bleibt ruhig sitzen und fummelt nicht an den Halteringen herum". Angie krabbelte aus dem Loch und verriegelte die Tür hinter sich. Wir hörten wie sie sich entfernte. So saßen wir nun da und
mußten uns unserem Schicksal ergeben. Wir waren aber wenigstens nicht getrennt worden und auch nicht brutal gefesselt. Nena gab es nur zu denken, daß Angie heute mit uns Bilder machen und ein Video drehen wollte und jetzt
sollte es doch ein langweiliger Sonntag werden. Wir wußten weder wieviel Uhr es war, noch hatten wir eine Ahnung wie lange Angie wegbleiben würde. Ich nahm Nenas Hand und hielt sie ganz fest. Durch das Licht, das durch ein
Gitter an der Tür in die Zelle fiel konnten wir wenigstens noch ein bißchen was erkennen. An den Wänden der Zelle hingen ganz lange Mohairfusseln herab. Auch die Tür und die Decke war mit dem gleichen Material verkleidet.
Schreien hätte hier wirklich keinen Sinn, denn jeder Ton würde sofort geschluckt werden. Wir freuten uns schon auf Montag, wenn wir wieder nach Hause gehen konnten, denn so ganz gut gefiel uns unsere Lage wirklich nicht mehr.
Nena sagte mir, daß es ihr immer noch kalt sei. Auch ich konnte nicht behaupten, daß es hier unten besonders warm war. Im Gegenteil. Es war eher saukalt. So versuchten wir uns aneinander zu kuscheln, die Ringe hielten uns
aber fest an der Wand. Ich fing an, den Ring, der meinen Hals umschloß, mit meinen Händen abzutasten. Ich konnte kein Loch finden, das darauf hindeutet, daß man die Ringe mit einem Schlüssel öffnen kann. So suchte ich weiter.
Ich fand an einer Stelle eine kleine Verdickung, drückte darauf und versuchte sie zu verschieben. Plötzlich sprang der Ring, der noch soeben meinen Hals fest umschlungen hatte, auf. Es war eine Leichtigkeit auch meinen Hüftring
und die Ringe um Nenas Körper zu öffnen. Nena kam zu mir gekrochen und schloß mich fest in die Arme. Wir krabbelten zur Tür um zu versuchen aus der Zelle herauszukommen. Wir hatten aber keine Chance. Die Tür war anscheinend
von außen mit Riegeln verschlossen. Als wir zur Tür gekrochen waren, hatten wir bemerkt, daß der Boden mit Wollkleidung nur so übersät war. Da wir immer kälter bekamen, beschlossen wir nachzuschauen, ob denn was passendes da
sei. So fingen wir an wie letzte Nacht, uns ganz dick einzumummeln. Nena war etwas flinker als ich. Sie hatte sich schon zwei paar Leggings angezogen, als ich immer noch mit der ersten beschäftigt war. Nach und nach
schafften wir Schicht für Schicht über unsere Körper. Das tat gut, denn durch die Verrenkungen, die wir in der engen Zelle vollführen mußten, bekam wir auch wieder warm. Je mehr wir anzogen desto schwieriger wurde es.
Schließlich sagte Nena, daß es ihr jetzt reichen würde. Sie können sich ja kaum noch bewegen. "Jetzt kann es so kalt werden, wie es will. Die Kälte hat keine Chance mehr", lachte sie. Wir hatten über unsere
Overallsinsgesamt zwei Leggings mit zugehörigen Kniestrümpfen, zwei Pullover und jeder noch eine Mütze angezogen. Bei unserer Arbeit war uns gar nicht aufgefallen, daß die Kleidung am Boden gar nicht weniger wurde. Jetzt,
als wir auch wieder ruhig dasaßen, bemerken wir auch, daß sich der Boden unter uns ab und zu bewegte. Die Bewegungen wurden mit der Zeit immer heftiger und wir wurden immer weiter in die Höhe gehoben. Schließlich konnten wir
nicht mehr sitzen und mußten uns hinlegen. In Nena kam die pure Panik auf. Ich versuchte, sie zu beruhigen, was mir mit vielen guten Worten schließlich auch gelang. Mittlerweile waren wir fast schon ganz in die Wollsachen
eingesunken, die immer wieder von unten nachschoben. Eigentlich war es ein sehr weiches und bequemes Gefühl, wenn nur der Platz nicht immer weniger würde. Es wurde dunkel. Die ersten Pullover hatten das Gitter an der Tür
erreicht. Da hörten die Bewegungen am Boden auf. Wir lagen da und hofften, daß Angie bald kommen würde, um uns aus dieser Lage zu befreien. Glücklicherweise dauerte es auch nicht lang, bis wir sie kommen hörten. Wir hörten,
wie sie fluchte. Angie öffnete die Tür zu unserem Verlies nicht. Sie blieb davor stehen und fluchte immer wieder. Plötzlich merkten wir, wie die Wollkleidung, die uns umschloß, immer weniger wurde. Sie verschwand genau auf dem
gleichen Weg, wie sie gekommen war. Als so gut wie nichts mehr auf dem Boden lag, öffnete Angie die Tür. Ihre Stimme hörte sich nicht gerade freundlich an, als sie uns bat, aus der Zelle zu krabbeln. "Hatte ich euch
denn nicht gesagt, daß ihr ruhig sitzen bleiben sollt. Warum mußtet ihr auch an den Halteringen rumfummeln. Wie ihr sicherlich gemerkt habt, ist eure Lage immer mißlicher geworden. Das lag ganz einfach daran, daß ihr unbefugt
die Ringe geöffnet habt, die eure Leiber umschlossen haben." Als Angie jedoch bemerkte, daß wir uns gut warm angezogen hatten, wurde ihre Stimme wieder freundlicher. "Wie ich sehe, habt ihr mir schon etwas an
Arbeit abgenommen", sagte sie. Wir verstanden zwar nicht ganz, was sie damit meinte, wir sollten es aber bald erfahren.
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