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Ein Erlebnisbericht zur Sommersonnenwende 2007 bei den Externsteinen
Dieses Jahr hatte ich genug Zeit eingeplant. Die Anreise erfolgte bereits am Vortag, und ich übernachtete ganz in der Nähe bei Anne, die sich hervorragend mit Reiki auskennt und spirituellen Dingen sehr aufgeschlossen gegenübersteht.
Nach einem kräftigem Frühstück mit frischem Salat machte ich mich auf dem Weg, und bereits am Vormittag gegen 11:00 Uhr erreichte ich den großen Parkplatz bei den Externsteinen. Der Parkplatz sah noch sehr übersichtlich aus, es war noch überall Platz, lediglich einige Touristenbusse waren zu sehen.
Nach einem kurzen Fußweg erreichte ich die große Wiese bei den Externsteinen. Ich suchte mir einen hübschen Platz, genoß das erste Bier, und baute das Zelt auf.
Oh, was schrieb ich da? Bier? Ja, richtig, normalerweise trinke ich keinen bzw. nur wenig Alkohol. Denn Alkohol vernebelt die Sinne, und verhindert, daß man offen ist für die vielen kleinen Schwingungseinheiten des täglichen Lebens. Doch an diesem besonderen Tag sei mir eine Ausnahme gestattet, und bei dieser trockenen Luft gelingt ein Zeltaufbau am besten mit etwas Flüssigbrot.
Der Zeltaufbau ging schnell vonstatten, denn statt einem richtigen Zelt hatte ich nur eine kleine “Hundehütte” mit.
Nach dem Zeltaufbau griff ich zur Djembe, einer Buschtrommel, wie einige Leute sagen. Ich wollte einfach kundtun, daß ich da bin. Ach herrje, es war noch nicht einmal zwölf Uhr mittags, und einige Leute haben laut “Ruhe” gerufen.
Nach einem kurzem Intro nahm ich Rücksicht. Ich genoß die wärmende Sonne. Gegen vierzehn Uhr war es immer noch sehr leer. Merkwürdig, denn die letzten Jahre war es zu dieser Zeit wesentlich voller. Gegen sechzehn Uhr fand man kaum noch einen Platz für sein Zelt. Doch dieses Jahr war es anders. Alles lief gemächlicher und charmanter, und man hatte viel Zeit für Gespräche.
Zum späten Nachmittag fanden sich mehrere Leute unter der großen Kastanie ein, und es wurde getrommelt. Ich hatte meinen Kassettenrecorder dabei, eine Tonaufnahme vom Nachmittag befindet sich hier. <klick>
Natürlich waren auch wieder die Flötenspieler dabei, und der Santur-Spieler. Der Santur ist ein leises Saiteninstrument, und es ist erstaunlich, wie harmonisch sich die zarten Klänge in das laute Getrommel einfügen.
Natürlich waren auch einige Teilnehmer mit ihrem Didgeridoo dabei, einige Profis konnten minutenlange Töne erzeugen, dank der Zirkularatmung. Ein Spieler konnte sogar durch gezieltes Überblasen eine Tonleiter auf dem Didge erzeugen. Eine schwierige Angelegenheit, denn ein Didgeridoo ist ein Grundtoninstrument, und nur der Obertongehalt wird moduliert.
Inzwischen habe ich den Spitznamen “Räucherfrank”, denn ich habe oftmals meine große Räucherschale dabei, und räuchere Weihrauch und Myrrhe, gelegentlich auch Damiana, und griechischen Bergsalbei.
Für das nächste Mal wünsche ich mir eine Assistentin, die fleißig Räucherkohle und Weihrauch nachlegt, während ich am Trommeln bin.
Doch wenn ich ehrlich bin, so oft habe ich gar nicht getrommelt. Wer mich noch nicht kennt, ich bin der Spieler mit der schwarzen Djembe. Sie ist aus schwerem Eisenholz gefertigt, und hat einen sehr variablen Klang. Der Grundton ist tief und kräftig, der Obertongehalt verfügt über eine hohe Präsenz und Obertongehalt.
Dieses Jahr habe ich es vorgezogen, die Djembe so oft wie möglich zu verleihen. Die meisten Spieler können besser als ich spielen, und ich mag es einfach, anderen Menschen eine Freude zu machen.
Zum Abend hin wurde die Stimmung immer ausgeglichener, und einige Teilnehmer geraten geregelrecht in Ekstase. Eine Tonaufnahme zu späterer Stunde befindet sich <hier>.
Leider, und ich muß es wirklich bedauern, fehlten diesen Abend eine geschlossene Versammlung der Poi-Dancer. Sicher, man sah einige Feuertänzer auf der Wiese, doch es waren eben nicht so viele Poi-Dancer wie zu Beltaine. Sehr fasziniert war ich zu Beltane von dem Mantra-Gesang. Doch dieses Jahr ist dieser herrliche Gesang leider ausgefallen.
Freuen wir uns auf nächstes Jahr.
Ach, was mir noch gerade einfällt, auch dieses Jahr hörte man wieder zahlreiche “Helga-”Rufe. An diesem Szenario sind wir nicht ganz unschuldig. Im Jahre 2002 waren wir zur Sommersonnenwende mit zahlreichen Teilnehmern aus dem Coven, und unser Hohepriester Lotrimar hat es vorgezogen, ein Ritual auf der versteckten Feenwiese abzuhalten.
Übrigens, auf dieser Website werdet ihr keine Wegbeschreibung zur Feenwiese erhalten, denn es ist ein geweihter Platz, der Öffentlichkeit nicht bekannt, und auch der Weg dorthin ist nicht einfach zu finden.
Zu fortgeschrittener Stunde war das Ritual beendet, lediglich Helga fehlte noch. Keine Ahnung, wo sie geblieben ist. Jedenfalls hatten wir laut nach ihr gerufen. Einigen Teilnehmern ging das ständige Gerufe nach Helga so auf die Nerven, daß sie einfach mitgerufen hatten.
Somit gilt seit 2002: wenn irgendwo nach Helga gerufen wird: einfach mit einstimmen!
... und was mir noch einfällt: dieses Jahr war ich in der Nacht nicht auf der Feenwiese, da ich die streng geheimen Rituale nicht stören wollte. Stattdessen machte ich einen Spaziergang in der Morgendämmerung. Die Vögel zwitscherten, anhand der Vogeluhr zu beurteilen war es gerade vier Uhr, und es wurde allmählich heller. Auf der Feenwiese war ein Pentagramm gezogen, mit Sägespänen, damit es nicht für die Ewigkeit ist, und mit dem nächstem Regen weggespült wird. Doch irgendetwas stimmte nicht. Ich schaute genauer hin, denn so richtig hell war es ja zu dieser Zeit noch nicht. Ich zählte nach: Das Pentragramm hatte sechs Ecken. Ups, so etwas kann eigentlich nicht sein. Anscheinend hatte ein Hexenzirkel nicht genug geübt, und bei der Zeremonie in tiefster Dunkelheit versehentlich ein fehlerhaftes Pentagramm gezeichnet. Egal, beim nächsten Mal klappt es. Ich nahm die positiven Schwingungseinheiten, welche noch in der Luft lagen, in mich auf, und verließ diesen Ort der Stille und der Zukunft.
Nach einem kleinem Spaziergang kam ich wieder bei den Externsteinen an, und staunte: Es wurde immer noch getrommelt. Einige Leute trommeln und tanzen seit über zierundzwanzig Stunden ohne Unterbrechung.
Für mich war es an der Zeit, den Rückweg anzutreten. Das Zelt wurde abgebaut, und die Sachen verladen. Direkt nach der Ausfahrt vom Parkplatz war die Polizei mit einem Kontrollposten, um ein sogenanntes Drogenscreening vorzunehmen. Die Polizisten waren sehr freundlich. Das Motte heißt schließlich: “Don´t drink and drive”. Auch ich wurde gefragt, ob ich etwas getrunken oder geraucht hätte. Ich verneinte es, doch der freundliche Polizist bestand auf einen Alkoholtest. Zu Recht, wie ich finde, denn es könnte durchaus noch Restblut im Alkohol sein.
Mein persönlicher Tipp: wer ausgiebig gefeiert hat, sollte seinen Rausch ausschlafen, und die Abreise erst dann antreten, wenn man nüchtern ist.
Die verbleibende Zeit kann man nutzen, um die Wiese aufzuräumen. Denn oftmals befinden sich Kronenkorken und abgebrannte Teelichter auf der großen Wiese. Diese können schmerzhafte Verletzungen hervorrufen, falls man unachtsam hineintritt.
Ich hoffe, mein kleiner Bericht hat euch gefallen ...bis zum nächsten Jahr.
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